Jonathan Haidt über die dunkle Psychologie der sozialen Medien

Jonathan Haidt im Atlantic über die Psychologie der sozialen Medien und die Implikationen für den politischen Diskurs. Haidt beschreibt, wie die immer reibungsloser funktionierenden Sharing-Mechanismen der Plattformen und die immer transparenter und sichtbarer werdenden sozialen Metriken (Likes, Retweets, Shares und so weiter) alle Teilnehmer in die Rolle von „Moral Grandstanders“ (dt. „moralische Selbstdarsteller“) presste, dem sozialphilosophischen Term für das, was im Netz häufig als „Virtue Signaling“ bezeichnet wird. („Moral Grandstanding“ wurde in einer neuen Studie übrigens als Indikator für Konflikt-Anfälligkeit bezeichnet.)

Haidt beschreibt hier in einer handvoll Absätzen die Sozialen Medien als Outrage-Maschine, die durch ein paar sehr simple sozialpsychologische Mechanismen den kompletten Diskurs vergiftet haben. Das neue daran sei nicht die Wut oder die Empörung, die es im politischen Diskurs seit immer gab, sondern die Beschleunigung und Sichtbarkeit der Veröffentlichungsprozesse, die Demokratisierung der Publishing-Tools bei gleichzeitigem Wegbruch der Gatekeeper, sowie ein Verlust tradierten Wissens. Nichts neues, aber nochmal nett zusammengefasst.

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