Online-Vigilantism ≠ Punishment

Interessante Studie über die Bestrafung von Missverhalten durch unbeteiligte Dritte Offline: When and Why Do Third Parties Punish Outside of the Lab? A Cross-Cultural Recall Study. Die Studie fand heraus, dass die Bestrafung von Fehlverhalten durch unbeteiligte Dritte im RealLife maßgeblich von der Wertschätzung des Wohlergehens des Opfers abhängt und äußerst selten vorkommt.

Across three samples in two countries (United States and Japan; N = 1,294), we found that third parties’ anger at transgressors, and their intervention and punishment on behalf of victims, varied in real-life conflicts as a function of how much third parties valued the welfare of the disputants. Punishment was rare (1–2%) when third parties did not value the welfare of the victim, suggesting that previous economic game results have overestimated third parties’ willingness to punish transgressors on behalf of strangers.

Die Studie kontrastiert dies nicht mit viralem Online-Vigilantism (Selbstjustiz), aber der Vergleich liegt für mich nahe. Anscheinend ist die Motivation für Online-Vigilantism eine prinzipiell andere und es handelt sich anscheinend nicht um eine Bestrafung von Fehlverhalten. Meines Erachtens ist diese Studie ein starkes Indiz für die tatsächliche Existenz des Virtue Signaling, Bestrafung eines unbekannten Dritten funktioniert als Signal für die eigene Peergroup und hat eine grundsätzlich andere Funktion, als die Bestrafung offline. Es ist eine Form der Kommunikation.

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